Kinder & Digitale Medien

Medienkompetenz

  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Medienkompetenz stärken mit vielen externen bzw. weiteren Links https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/kinder-und-jugend/medienkompetenz/medienkompetenz-staerken-75350
  • Mobbing, Cybermobbing, Cybergrooming usw. Hinweise über https://www.schau-hin.info/ – „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der AOK-Gemeinschaft.
  • Das Internet ist kein rechtfreier Raum. Es gelten deutsche Gesetze und nach internationalen Regelungen auch auslänbdische Gesetze, Verträge und Regelungen (wenn z.B. eine Internetseit im Ausland oder auf einem ausländischen Server betrieben wird). Alle Programme und Apps unterliegen daneben Nutzungsbedingungen, Nutzungsvereinbarungen und Lizenzen, die typischwereise beim installieren/nutzen per Mausklick anerkannt bzw. verbindlich vereinbart werden.
    • Die Verletzung von sogenannten Schutzgesetzen (z.B. Namensrecht, Bildrecht) ziehen typischerweise auch erhebliche zivilrechtlichen Forderungen (z.B. Unterlassung; Schadensersatz und Schmerzensgeld) nach sich. Ein Beispiel des LG Memmingen, Urteil vom 03.02.2015 – 21 O 1761/13 hier Cyber-Mobbing unter Kindern (der Täter war 12 Jahre alt, und hat ein anderes Kind uf das übelste gemobbt u.a. hat er auf Facebook Fake-Profile erstellt … (Vorsicht! Das verlinkte Urteil nennt explizit die diversen Beleidigungen) https://openjur.de/u/857819.html
  • Aus der (vermeintlichen) Anonymität heraus werden digital und international auch Straftaten aller Art vorbereitet, begangen – teils in bekannten, teils aber auch in neuen Formen (z.B. Eingehungsbetrug, Abrechnungsbetrug, Diebstahl von Daten, Verletzung von Persönlichkeitsrechten, Bild- und Namensrechten (z.B. Deep Fakes, heimliche Fotos, Veröffentlichung von Bildern oder persönlichen Daten), Kennzeichnungsrechten, Vertriebs-, Marken- oder Urheberrechten usw.).
    • Vorbeuen – Prävention: Wichtige Tipps und Hinweise wie man sich und seine Kinder im Vorfeld schhützen kann geben z.B. die Websites der Kriminalpolizei.
      • Soziale Medien, Datenkraken, Big Data usw. Vorsicht beimHinterlassen und Nennen eigener/persönlicher Daten
      • Risiken kennen, erkennen und benennen
      • Cybermobbing – Hinweise der Polizei Hamburg https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet/cybermobbing/folgen-fuer-taeter/
    • Bestrafen – Sanktion:
      • Anzeigen, Strafanzeige … Beleidigung, Bedrohung, Volksverhetzung,
      • Opferschutz
  • Kinder und Teens als Opfer – Kinder und Teens als Täter (Eltern und Erwachsene als hilflose Zuschauer?).
    • Motive, Motivationen und Hintergründe erkennen z.B. Imponiergehabe, Geltungssucht, zu viel oder zu wenig Selbstvertrauen, eigen Uninformiertheit, Langeweile/Einsamkeit, Entwicklungsstörungen, Gruppendynamik
    • Spiralen von Hass, Gewalt und Sensationslust – immer und immer mehr, immer „krasser“, verrückter und durchgeknallter?

Soziale Medien, Online-Plattformen – Geschäft ja – Verantwortung oder Haftung kaum bzw. nicht.

  • Typischerweise schließen Hersteller von Hardware, Software, Apps, Betriebssystemen und insbesondere beliebte Soziale Medien (Facebook, Whatsapp, Tiktok, Snapchat usw.) und Kanäle Youtube, Instagramm, Pintrest, Google, Amazon) jedwede Haftung aus (umfassender Haftungsausschluss), und die Haftung bei Problemen dem Nutzer (Uploader, Downloader) zu. Typischerweise sind private überstaatliche und mächtige Firmen und Organisationen auch eher träge z.B. Auskunftsrechte (z.B. wer ist Inhaber des Kontos über das die Rechtsverletzungen lief) oder z.B. Löschungsrechten nachzukommen.
    • >>> Bei Problemen sollte man sich nicht ersparen sich auch bei dem Betreiber der Plattform zu beschweren (die oft eher versteckt Angaben zu Schiedsstellen u.ä. machen).
  • Eltern haften für ihre Kinder – auch im Internet!
    • Verletzen Eltern(teile) Überwachungs- und Kontrollpflichten sollte ggf. das Jugendamt eingebunden werden. Anschaulich (auch zu was geschiedene Elternteile – hier der Vater – in einem Rosenkrieg fähig sind)- schon in den Leitsätzen – AG Bad Hersfeld F 361/16 EASO, Beschluss vom 22.07.2016 (ggf. zu einer zwischenzeitlich überholten Vertrags- und Rechtslage) … „Nimmt eine erwachsene, den Kindeseltern bekannte Person von sich aus Kontakt zu deren Kind auf und unternimmt dabei den Versuch, über digitale Medien mit dem Kind Text- und Bild-Kommunikation mit sexualisierten Inhalten („Sex-Texting„) zu führen, haben die Kindeseltern dafür Sorge zu tragen, dass ein Kontakt des Kindes zu dieser Person nicht mehr stattfindet, weder im physisch-realen noch im virtuellen Bereich. … Kann eine mögliche Kontaktaufnahme dieser Person mit dem Kind über die auf den elektronischen Geräten des Kindes (hier: Smartphones) vorhandenen digitalen Applikationen/Apps schon deshalb nicht sicher verhindert werden, weil die betreffenden Apps eine Zwangsvernetzungstechnik über die Kenntnis rein der Mobilfunknummer vorsehen (hier: „WhatsApp“), so sind solche Anwendungen von den elektronischen Geräten des Kindes zu entfernen, und es ist dieser abgesicherte Zustand durch die Kindeseltern mittels geeigneter Kontrollen der Geräte laufend aufrecht zu erhalten.Zu den grundsätzlichen rechtlichen Bedenken hinsichtlich der Nutzung der App „WhatsApp“ durch Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. …. Besteht nach gegebenen Vorfällen in der Vergangenheit Anlass zur Sorge um den verantwortungsvollen Umgang des Kindes mit den für es frei zugänglichen elektronischen Geräten sowie um den hinreichenden Schutz des Kindes vor Belästigung durch Dritte im virtuellen Raum, haben die Eltern mit dem Kind regelmäßig klärende Gespräche zu führen sowie in hinreichenden Abständen gemeinsam mit dem Kind auch Einsicht in dessen elektronische Geräte zu nehmen. … Zur Durchführung der Wegnahme … Smartphone …, wenn das Kind im verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien überfordert erscheint.
    • WhatsApp – „Klassen-Gruppe“ – wenn Beleidigungen, Volksverhetzungen, verfassungsfeindliche Symbole und Kinderpornografie die Runde machen: Es geht schneller als man denkt: Wer z.B. kinderpornografisches und ähnliches – egal in welcher Form (Text, Foto, Video) erhält ist potentiell nach § 184b Strafgesetzbuch (StGB) und § 184c StGB strafbar. Denn schon der Besitz solcher Medieninhalte ist unter strafe gestellt – die Verbreitung und Veröffentlichung (z.B. durch „munteres“ teilen und unbedachtes kopieren und weiterleiten) sowieso. Im Einzelfall entscheidet wann man (Er-)Kenntnis über den Inhalt erlangt hat, und wie man hierauf reagiert hat. Jeder der derartige Nachrichten unvermittelt erhält sollte sich und seinen Freunden, Klassenkameraden, Lehrern, Eltern usw. klarmachen, dass man unter keinen Umständen derartiges Material erhalten will und dies keinesfalls billigend in Kauf nimmt. Bevor (!) man dann etwas z.B. als unbedachte Antwort schreibt, Inhalte weiterleitet, sonst versendet oder speichert usw. sollte man sich klarmachen, dass man ggf. nicht nur sich und sein persönliches Umfeld, sondern auch seine Freunde in aller größte (rechtliche/strafrechtliche) Probleme bringt, wenn man nicht beherzt reagiert (z.B. die Gruppe verlässt; die App deinstalliert usw.). Es gilt – wie oft im Strafrecht „mitgegangen – mitgefangen“ und ersichtlich ist der Spaß vorbei wenn derart gegen Strafgesetze verstoßen wird.